Geschrieben von: Robert Mertens | Letztes Update: 

Coden und Kompilieren

Der Sinn von Programmiersprachen ist es, die Entwicklung von Programmen, die ein Computer ausführen kann, zu vereinfachen. Je besser eine Programmiersprache an die Denkweise der Menschen angepasst ist, desto effizienter kann man damit Programmieren. Was also beim Coden und Kompilieren wichtig ist und was die Begriffe bedeuten, klären wir im Folgenden.

Nativer Compiler

Das in einer bestimmten Programmiersprache geschriebene Programm nennt man Quellcode. Damit ein Programm auf dem Rechner ausgeführt werden kann, muss es aber in Maschinensprache übersetzt werden. Hier kommt der Compiler ins Spiel. Der übernimmt nämlich genau diese Aufgabe. Der Compiler bekommt also als Eingabe unseren Quellcode, welchen er zunächst auf Fehler analysiert. Wenn das Programm tatsächlich einen Fehler enthält, meldet der Compiler einen sogenannten Syntaxfehler. Ist das Programm korrekt, wird der entsprechende Maschinencode in Form einer ausführbaren Datei erzeugt.

Interpretierte Sprachen

Einen etwas anderen Ansatz verfolgen interpretierte Programmiersprachen wie C# oder Java. In diesen Programmiersprachen wird der Quellcode in eine Zwischensprache übersetzt. Das bedeutet C# oder Java Programme bestehen tatsächlich noch aus einem Code der nicht ausführbar ist. Erst durch den Interpreter kann der jeweilige Code ausgeführt werden. Darum funktionieren C#-Programme nur, wenn das .NET Framework installiert ist und Java-Programme nur wenn Java installiert ist.

Unterstützung durch eine IDE

Eine IDE (“integrated developtment environment” oder “Integrierte Entwicklungsumgebung) ist das primäre Werkzeug eines Programmierers. Sie stellt einen Editor für den Quellcode zur Verfügung und startet bei Bedarf im Hintergrund den Compiler für uns. Effizientes Programmieren ist unter Anderem auch stark von der Entwicklungsumgebung abhängig, man sollte sie also sehr sorgfältig auswählen.

Coden ist nicht Alles

Das wichtigste Werkzeug eines Programmierers ist nicht die IDE sondern sein Gehirn. Dementsprechend ist die Hauptaufgabe eines Programmierers nicht das Coden sondern das Denken. Bei kleineren Programmen reicht es sich im vorhinein den Programmaufbau zu überlegen, bei größeren Programmen dagegen ist es sehr wichtig ein Softwaredesign zu erarbeiten. Hierfür wird als modernes Hilfsmittel oft die Modellierungssprache UML verwendet. Die dabei entstehenden Diagramme dienen dem Programmierer gewissermaßen als Vorlage, wodurch sich das Risiko verringert sich irgendwo zu verzetteln oder den Überblick zu verlieren. Das Programmieren ist also nur ein Teilbereich der gesamten Softwareentwicklung.

FAQ: Häufige Fragen zum Coden und Kompilieren

Was versteht man unter Kompilieren in der Informatik?

Kompilieren wird auch als Compiling bezeichnet. Informatiker bezeichnen den Prozess der Übersetzung von Programmcode in Maschinencodes als Kompilieren. Compiler übersetzen oft Programmiersprachen in Assemblersprache.

Warum ist eine Kompilierung notwendig?

Quellcode, den Sie in einem Editor geschrieben haben, ist zwar für uns Menschen ordentlich und aufgeräumt, aber auf Ihrem Computer noch nicht lesbar. Dieser Code muss zunächst in Maschinencode umgewandelt werden. Um den Code zu kompilieren (also in Maschinensprache umzuwandeln), benötigen Sie einen Compiler.

Was bedeutet Syntax?

Die Syntax kann als eine Menge von Regeln beschrieben werden, die elementare Zeichen zu zusammengesetzten Zeichen (in natürlichen oder künstlichen Zeichensystemen) kombinieren. Die Regeln für die Zusammensetzung der Syntax unterscheiden sich von den Regeln für die Interpretation der Semantik.

Was ist ein Compiler Error?

Compiler Error ist ein Compilerfehler oder eine Warnung, die vom Compiler zurückgegeben wurde.

Was ist ein Laufzeitfehler und wie kann er vermieden werden?

Unter Laufzeitfehlern versteht man in der Informationstechnologie Fehler, die bei der Ausführung eines Computerprogramms auftreten.

Was versteht man unter einem Interpreter?

Ein Interpreter ist ein Programm, das einen Quellcode zeilenweise einliest und ihn dann direkt auf der Plattform ausführt. Interpreter führen jegliche Analyse während der Ausführung der Programmzeile durch. Java verwendet zum Beispiel Interpreter.